Selbstannahme

Ich darf sein, wie ich bin – Der Weg in die Selbstannahme

In diesen Gedanken der Woche habe ich mit Beate Kuhlmay gesprochen – einer Wegbegleiterin mit einem feinen Gespür für das, was zwischen den Worten liegt.

Gemeinsam tauchen wir in die Frage ein, wie es möglich wird, sich selbst wirklich anzunehmen – mit Licht und Schatten, mit allem, was in uns ist.

Wir sprechen über alte Prägungen, hinderliche Glaubenssätze und die tiefe Sehnsucht, endlich einfach nur sein zu dürfen – ohne Maske, ohne Kampf, ohne Druck.

Es ist ein Gespräch über Heilung, über das Erinnern an unser wahres Wesen und über die Kraft der liebevollen Hinwendung zu sich selbst.

Am Ende des Posts gibt es noch einen spirituellen Impuls zum Mitnehmen und ein paar Affirmationen für die tägliche Erinnerung.

Den Podcast gibt es auf Spotify

Marcus
Heute sprechen wir über ein Thema, das uns bewegt. Den Weg in die Selbstannahme. Es geht um diesen Satz: „Ich darf sein, wie ich bin.“

Wenn ich sage, wir sprechen darüber, dann heißt das, ich habe mir einen Gast eingeladen. Das ist die liebe Beate. Hallo Beate.

Beate
Hallo Marcus, danke, dass ich da sein darf.

Marcus
Möchtest du dich vorstellen?

Beate
Du hast ja schon gesagt, mein Name ist Beate – Beate Kuhlmay. Ich habe auch einen spirituellen Namen, der Sunima heißt. Ich begleite Menschen, die bereit sind, sich ihrer inneren Wahrheit zu stellen.

Marcus
Das hört sich sehr interessant an. Wie schon gesagt, es geht um den Satz „Ich darf sein, wie ich bin.“

Was macht das mit dir, wenn du den hörst?

Beate
Das ist ein sehr spannender Satz. „Ich darf sein, wie ich bin“. Dieser Satz hat mein Leben verändert, weil ich früher immer dachte, ich muss so sein wie andere wünschen, wie ich bin. Und in der Tat, ich habe mein ganzes Leben eigentlich so gelebt, dass ich nicht sein durfte, wie ich bin und realisiere jetzt erst so seit ein, zwei Jahren, dass ich ja ganz anders bin, wenn ich wirklich Ich bin und mich selbst annehme.

Marcus
Und wann hast du zum ersten Mal gespürt, dass es dir schwerfällt, dich ganz anzunehmen?

Beate
Das ist eigentlich jetzt ein Moment, der erst seit kurzem so in mir hochkommt. In dem mir jetzt inzwischen immer bewusster wird, dass ich sehr viel funktioniere. Dass ich sehr viel für andere tue. Dass ich mein ganzes Leben für andere ausgerichtet habe. Das war ein kleiner, trauriger Moment. Als ich dann erkannt habe: „Ja, wo bleibe ich denn eigentlich bei dem Ganzen?“

Marcus
Das kommt mir bekannt vor. Mir geht es ähnlich oder ging es ähnlich. Ich habe auch immer gespürt, so wie ich mich verhalte, das bin ich nicht, ich bin irgendwie anders, aber ich verhalte mich so, wie es die Leute von mir erwarten. Das kenne ich nur zu gut.

Es ist auch immer die große Frage: „Was hindert uns an der Selbstannahme?“ Oftmals sind es Erwartungshaltungen von außen – seien es die Eltern, die Gesellschaft, sei es Religion oder auch die innere Stimme, wie zum Beispiel: „Ich bin nicht genug.“ oder „Ich darf nicht so sein.“

Wie war das bei dir? Was soll für dich der stärkste innere Glaubenssatz, der dich blockiert hat?

Beate
Mein stärkster innerer Glaubenssatz, der sich jetzt endlich zeigen durfte, war: „Ich bin nur etwas wert, wenn ich leiste.“

Mit diesem Glaubenssatz habe ich mir sozusagen ein Leben erschaffen, in dem ich nur funktioniere und nur Liebe bekomme, wenn ich für andere da bin. Dieser Glaubenssatz hat mein System belastet. Es hat mich so sehr belastet, dass ich darüber krank wurde, ohne zu wissen, warum ich krank werde. Ich habe vor 14 Jahren die Diagnose. MS bekommen. Heute weiß ich, dass dieser Glaubenssatz auch ursächlich dafür ist. Denn: Der MS Patient glaubt in seinem Inneren, dass er nicht gut genug ist, dass er funktionieren muss.

Marcus
Wie hast du das verändert? Da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt, zum Wendepunkt. Was hat dir dabei geholfen? Rituale, Gespräche, Natur?

Beate
Mein Anfangsweg war, zu hinterfragen: „Wie komme ich aus dieser Erkrankung, die schulmedizinisch nicht heilbar ist, wieder raus?“ Ich habe dann im ersten Schritt erst mal geschaut: Helfen mir naturheilkundliche Methoden, wie ergänzende Nahrungsmittel oder ayurvedische Therapien oder auch einfach Gedankenhygiene? Und ja, es hat alles dazu beigetragen, meine Situation zu verbessern.

Aber es war nicht nachhaltig. Ich war noch zu sehr mit meinem inneren System verknüpft. Eben auch mit diesem Glaubenssatz „Ich muss leisten.“ Da entstand dann immer dieser innere Druck. Der hat sich dann natürlich auf mein Nervensystem ausgewirkt. Dann war immer diese Unruhe in den Beinen und immer dieses „Ich müsste, ich sollte.“

Die Rituale, die ich dann erkannt habe, waren die radikale Einkehr zu mir. Das habe ich auch nicht alleine geschafft. Das habe ich nur geschafft mit einer Mentorin an einer Seite, die mir dann mal ganz klar gesagt hat: „Beate, Du darfst dich selbst annehmen, wie du bist. Du darfst Selbstliebe leben.“

Dann war natürlich, als ich das verstanden hatte, der nächste Schritt zu sagen“ „Ok, wenn ich mich selbst lieben soll, damit diese Krankheit wieder in den Ruhemodus kommt, dann mache ich jetzt erstmal sehr viele Sachen nur für mich.“

Marcus
Das heißt, du hast dich radikal um dich selbst gekümmert und hast gesagt: „Ihr anderen, für euch bin ich jetzt erstmal nicht mehr da.“ Also im Sinne deines Glaubenssatzes. Und hast gesagt, jetzt komm erstmal ich.

Beate
Richtig, das habe ich so gemacht. Das hat sich sehr komisch erstmal angefühlt, weil ich war ja konditioniert Das tut man ja nicht. Man ist ja für die anderen da.

Marcus
Und gab es einen Augenblick, in dem du das erste Mal wirklich gefühlt hast: „Ich bin genau richtig, so wie ich bin.“?

Beate
Also so einen wirklichen Augenblick gab es nicht. Es gibt immer wieder Erkenntnisse und neue Gefühle in mir, dass ich so richtig bin, wie ich bin. Aber es ist ein Weg, es ist ein Prozess also. Diesen Moment, so wie man sagt, den Schalter umlegen. habe ich nicht, weil dieses innere System auch diese alten Glaubenssätze, die klopfen ja immer mal wieder an und prüfen dann, wie weit bin ich denn? Glaubst du noch an dich oder fällst du wieder zurück? Die ziehen ja an einem wie so ein Gummiband.

Inzwischen ist es so, dass ich dieses Gummiband, diesen Zug sehr wohl spüre und dann weiß ich sofort, ah ja ok, jetzt testet mich mein System, also ich mich im Endeffekt selbst. Dann merke ich, ok, jetzt darf ich wieder anders denken.

Marcus
Da drängt sich auch direkt die Frage auf: „Was fällt dir noch schwer und was gelingt dir leichter?“

Beate
Was mir leichter fällt, ist der Umstand zu erkennen, wenn ich wieder diese Perspektive verändere. Wenn ich wieder aus meiner Selbstannahme herausfalle. Wenn ich wieder in dem Funktionieren bin oder in meinem unbewussten Ausdruck. Das merke ich inzwischen sehr genau.

Was mir schwerer fällt, ist der Umstand in diesem neuen Modus oder in meinem neuen Ich zu bleiben, also konstant. Aber ich finde, das ist kein Rückschritt, sondern das Leben ist dafür da, dass wir lebenslang lernen. Hauptsache ist, die Richtung stimmt. Ich bin sehr dankbar, dass ich inzwischen schon sehr genau erkenne, wann ich wieder auf diesen Pfad des Funktionierens komme und diese schöne Seite der Selbstannahme, der Selbstliebe verlasse.

Marcus
Wunderbar. Ich denke, so geht es vielen Menschen da draußen, die immer mal wieder ins Zweifeln geraten. Die erkannt haben: „Mensch, so geht’s!“ – aber dann doch, wie du auch, wie ich auch, wie wir alle, wieder zurückfallen.

Was würdest du diesen Menschen mit auf den Weg geben?

Beate
Also auch in dem Fall gilt eben diese Selbstannahme. Egal wo du stehst, ob du am Anfang des Weges stehst, in der Mitte oder schon fortgeschritten bist. Es geht immer wieder um die Selbstannahme. In dem Fall auch um die Güte. Dass wir nicht an uns zweifeln. Dass wir uns nicht über uns ärgern, also Selbstkritik üben, denn wir sind ja auf dem Weg. Es ist ein Lernfeld. Es ist ganz wichtig für mich, auch für meine Erkenntnis, dass ich eben gütig mit mir bin – auch wenn es mal nicht funktioniert, auch wenn ich jetzt doch mal wieder in meine alten Muster verfalle. Das darf sein.

Die wichtigste Frage ist von allem: „Wie habe ich es geschafft, mich in dieser Situation, die vielleicht für mich jetzt aktuell nicht gerade so rund läuft, selbst zu lieben.?“

Marcus
Wunderbar. Vielen Dank, Beate, dass du da warst.

Ich darf sein, wie ich bin – das ist kein Zustand, sondern es ist ein Weg voller Mitgefühl. Voller Mitgefühl vor allen Dingen für euch selbst.

Spiritueller Impuls zum Mitnehmen

Die Selbstannahme beginnt in dem Moment, in dem du aufhörst, dich ändern zu wollen, um zu genügen und stattdessen beginnst, dich zu umarmen, wie du bist. Nicht trotz deiner Ecken und Kanten. Sondern mit ihnen.

Denn genau darin liegt deine Wahrheit.
Und deine Kraft.

Erinnere dich:
Du bist nicht hier, um jemand anderes zu sein.
Du bist hier, um dich selbst zu verkörpern. Voll und ganz. In Liebe.

Affirmationen für Selbstannahme & inneren Frieden

  1. Ich bin gut, genau so, wie ich bin.
  2. Ich darf fühlen, was ich fühle.
  3. Mein Wert hängt nicht von meiner Leistung ab.
  4. Ich lasse alte Vorstellungen, die mich klein halten, los.
  5. Ich erlaube mir, menschlich zu sein – mit allem, was dazugehört.
  6. Ich bin in Ordnung, auch wenn ich Fehler mache.
  7. Ich höre auf, mich zu verurteilen. Ich beginne, mich zu umarmen.
  8. Ich darf Raum einnehmen – leise oder laut, so wie ich bin.
  9. In mir ist ein Licht, das nie erlischt.
  10. Ich bin willkommen – hier, jetzt, in diesem Leben.